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Die Macht sei mit dir!

Lesezeit: 12 Minuten

Wenn ich ein * (Sternchen) verwende, werden alle mitgedacht. Wenn ich es vergessen habe und du deshalb den Inhalt verpassen willst, ist das sehr schade, aber passt irgendwie auch zum Thema.

Wenn wir über Machtstrukturen und Repression sprechen, lässt sich ein Vergleich mit einem popkulturellen Klassikerin kaum vermeiden: Star Wars. Die weit, weit entfernte Galaxis, die George Lucas schuf, ist nämlich nicht nur ein Science-Fiction-Abenteuer, sondern ein perfekt ausgeleuchtetes Lehrstück über die Mechanismen der Macht – mit Lichtschwertern und haarigen Wookiees als Bonusmaterial. Tatsächlich sind die Parallelen zwischen Star Wars und Foucaults Verständnis von Macht offensichtlich. Das Imperium, mit seinen riesigen Todessternen und unzähligen Sturmtruppen, steht für eine klassische, von oben nach unten ausgeübte Macht. Der Imperator (unsere galaktische Version von Big Brother, nur faltiger) ist der Inbegriff dieser hierarchischen Unterdrückung. Seine Kontrolle über den Senat, die Militärapparate und die Galaxis als Ganzes ähnelt den Repressionsmechanismen, die Foucault in Gefängnissen, Psychiatrien und dem Gesundheitssystem unserer realen Welt erkennt. Der Imperator braucht keine Mauern, um die Bürger* der Galaxis zu kontrollieren. Seine Macht ist subtiler, fast unsichtbar, aber allgegenwärtig.

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass in Star Wars die Macht nicht nur negativ besetzt ist. Die Rebellion – Luke, Leia und die Crew, die immer in letzter Minute den Tag rettet – ist das, was Foucault als „Gegenmacht“ beschreiben würde. Sie stellen das Imperium infrage, nicht durch direkte Konfrontation (gut, das passiert auch mal), sondern durch die Schaffung von alternativen Strukturen. Sie bilden Netzwerke, schaffen Gemeinschaften und fordern die etablierten Normen heraus.

Und genau hier wird es für uns spannend. Denn wenn wir uns fragen, wie wir uns von den subtilen und weniger subtilen Machtstrukturen unserer Zeit befreien können, dann schauen wir am besten zu diesen rebellischen Helden*. Klar, wir müssen nicht gleich mit einem Lichtschwert gegen eine riesige Raumstation kämpfen, wobei das Spaß machen könnte, aber wir können uns alternative Formen des Denkens und Handelns schaffen.

Foucaults Idee von Macht ist, dass sie uns immer beeinflusst, aber dass wir sie auch immer beeinflussen können. So wie Luke Skywalker im entscheidenden Moment den Pfad des Vaters ablehnt und sich weigert, die dunkle Seite zu übernehmen, können wir uns den Normen und Strukturen widersetzen, die uns klein halten. Es bedeutet, zu erkennen, dass das, was uns als „Wahrheit“ verkauft wird – sei es durch politische Ideologien, Gesundheitssysteme oder Werbung – nicht unbedingt die einzige oder gar die beste Wahrheit ist.

In gewisser Weise sind wir alle kleine Jedi – bewaffnet nicht mit Lichtschwertern, sondern mit kritischem Denken, Solidarität und der Fähigkeit, neue Wege zu gehen. Oder, um es mit Meister Yoda zu sagen: „Verlernen du musst, was du gelernt hast.“ Also, wenn wir uns das nächste Mal in einer Schlange im Supermarkt fühlen, als wären wir Teil eines gigantischen, unsichtbaren Machtapparates, denken wir daran: Wir müssen nicht Darth Vader werden. Manchmal reicht es, wie Luke tief durchzuatmen, die Alternativen zu erkennen und zu sagen: „Ich bin ein Teil der Macht – und ich gestalte sie mit.“

Beginnen wir mit der zentralen Frage: Wer hat die Macht? In der Welt von Star Wars könnte man geneigt sein zu sagen, dass es die Sith sind – jene Machthungrigen, die sich das Imperium untertan gemacht haben. Aber Foucault würde uns sofort den Lichtschwertgriff unter den Fingern wegreißen und uns erklären: „Die Macht ist nicht etwas, das man hat. Es ist etwas, das überall ist. Es durchdringt uns.“ Nein, Moment – das war Yoda.

Die Frage nach Macht durchdringt alle gesellschaftlichen Strukturen. Michel Foucault, ein Denker, der sich intensiv mit der Dimension von Macht auseinandergesetzt hat, stellt in seinem umfangreichen Werk heraus, dass Macht nicht nur durch direkte Unterdrückung ausgeübt wird, sondern subtiler und weitaus tiefgreifender in die gesellschaftlichen Institutionen eingebettet ist. Ein systematisches Verständnis der Macht nach Foucault offenbart, wie eng der Zusammenhang zwischen Institutionen, Wissen und Kontrolle ist. Dies lässt sich nicht nur am Beispiel politischer Mechanismen wie der Pandemiebekämpfung, sondern auch an der Organisation von Gefängnissen und Psychiatrien, sowie der Pathologisierung neuer psychischer Krankheiten erkennen.

1. Der Diskurs der Macht: Wissen und Kontrolle

Foucaults Arbeiten zeigen, dass Macht sich nicht nur in direkter Gewalt manifestiert, sondern vor allem in der Kontrolle von Wissen und Diskursen. Diejenigen, die in einer Gesellschaft bestimmen, was als Wissen gilt, haben die Macht, Realitäten zu konstruieren und zu kontrollieren. Dies lässt sich am Beispiel der Gesundheitsversorgung verdeutlichen. Während der Pandemie war es der medizinische Diskurs, der bestimmte, wie der Alltag reguliert wurde – wer sich bewegen durfte, wer isoliert werden musste, und letztlich, welche Maßnahmen als legitim galten. Die Abhängigkeit der politischen Entscheidungsträger von Experten* zeigte, wie der medizinische Diskurs eine neue Form der Biopolitik etablierte, in der die Bevölkerung zu einem zu regulierenden Körper wurde.

Dieses Konzept der Biopolitik, das Foucault in Überwachen und Strafen und Die Geburt der Klinik beschreibt, verweist auf die zentralisierte Macht, die über den biologischen und physischen Zustand des Individuums ausgeübt wird. Die Art und Weise, wie Gesundheitssysteme organisiert sind, wie sie Krankheiten definieren und behandeln, offenbart die allgegenwärtige Macht des medizinischen Wissens, das eng mit politischen Strukturen verknüpft ist.

2. Gefängnisse und Psychiatrien: Disziplinierung und Normalisierung

Gefängnisse und Psychiatrien sind weitere klassische Beispiele für die disziplinarische Macht, die Foucault untersucht. In Überwachen und Strafen beschreibt er den Übergang von der öffentlichen Bestrafung zu subtileren Formen der Disziplinierung in Gefängnissen und anderen Institutionen. Die Disziplinargesellschaft ist nicht nur repressiv, sondern normierend: Sie legt fest, was als normal gilt, und versucht, Abweichungen durch verschiedene Mechanismen zu korrigieren.

Psychiatrien, ebenso wie Gefängnisse, sind Orte, an denen diese Mechanismen der Disziplinierung besonders deutlich werden. Hier tritt der medizinische Diskurs in den Vordergrund und verbindet sich mit dem Machtapparat des Staates. Psychiatrien haben historisch eine Doppelfunktion übernommen: Zum einen sollten sie Menschen behandeln, zum anderen dienten sie der Kontrolle von Abweichungen. Menschen, die als „wahnsinnig“ oder „abweichend“ galten, wurden pathologisiert, und die psychiatrische Diagnose wurde zu einem Instrument der sozialen Kontrolle.

Heute sehen wir eine fortgesetzte Pathologisierung von Verhalten, die oft als medizinische Notwendigkeit verkauft wird, aber in Wahrheit tief in den Mechanismen der Macht verwurzelt ist. Immer wieder werden neue psychische Störungen definiert und medizinisch behandelt – sei es durch Psychopharmaka oder andere interventionistische Maßnahmen. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, inwiefern das Gesundheitssystem ein Instrument der politischen Macht ist, um gesellschaftliche Abweichungen zu normieren und zu kontrollieren. Dies wird besonders deutlich, wenn wir den massiven Anstieg der Verschreibung von Psychopharmaka und die immer feineren Diagnosen neuer psychischer Krankheiten betrachten. Das medizinische System agiert hier als ein weiteres Disziplinierungsinstrument der Gesellschaft, das durch den wissenschaftlichen Diskurs legitimiert wird.

Erinnern wir uns an den Moment, in dem Anakin Skywalker auf die dunkle Seite der Macht wechselt. Hier zeigt sich die Pathologisierung eines Individuums in Reinkultur! Anakin, ehemals Jedi, wird schrittweise manipuliert, bis er den Glauben an das alte System verliert. Der junge Anakin war, wie viele von uns, ein unschuldiger Träumer*, der davon träumt, seine Liebsten zu retten. Aber durch den Einfluss des dunklen Lords wird er allmählich pathologisiert, von einem Jedi-Ritter, der für das Wohl kämpft, zu einem Werkzeug der Repression.

3. Das Gesundheitssystem als Machtinstrument

Das moderne Gesundheitssystem kann nicht losgelöst von den politischen Machtstrukturen betrachtet werden, die es gestalten. Die zunehmende Medikalisierung der Gesellschaft, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit, hat eine neue Form von Abhängigkeit geschaffen, die sowohl politisch als auch ökonomisch motiviert ist. Psychische Erkrankungen werden zunehmend als biologische Probleme dargestellt, die sich durch Medikamente beheben lassen, anstatt die sozialen und politischen Ursachen dieser Krankheiten zu hinterfragen.

Hier kommt die Psychiatrie ins Spiel. Wie Foucault betont, werden in unserer Gesellschaft zunehmend psychische Abweichungen – oder einfach nur Unangepasstheit – medikalisiert und pathologisiert. Genau wie bei Anakin werden Menschen mit Medikamenten und Diagnosen kontrolliert, um sie in ein System zu integrieren, das Konformität verlangt. Die Jedi versuchen, Anakin zu therapieren, ihn auf den „richtigen“ Weg zurückzubringen, aber das Resultat ist klar: Statt einer Heilung endet er als Darth Vader, ein Symbol der totalen Unterwerfung unter das Imperium.

Foucault beschreibt dies als Teil einer umfassenderen Biopolitik, in der die Gesundheit der Bevölkerung zu einem zentralen Machtfeld wird. Regierungen und Gesundheitsbehörden intervenieren zunehmend in das Privatleben, um den „gesunden Bürger*“ zu schaffen. Doch diese Gesundheitsnormen beruhen oft auf fragwürdigen wissenschaftlichen Grundlagen und sind stark von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst. Pharmakonzerne profitieren enorm von der Definition und Verbreitung neuer psychischer Krankheiten, während die politischen Entscheidungsträgerdas Wissen dieser Unternehmen nutzen, um politische Agenden zu verschleiern. Der medizinische Diskurs dient somit nicht nur der Heilung, sondern vor allem auch der Legitimation von politischer Macht.

4. Die Pathologisierung als Verschleierung politischer Macht

Ein zentrales Phänomen, das Foucault beschreibt, ist die Verschleierung von Machtmechanismen durch wissenschaftliche Diskurse. Die Pathologisierung neuer psychischer Krankheiten ist ein Paradebeispiel dafür. Krankheiten wie „Burnout“ oder „ADHS“ werden zunehmend als individuelle Probleme wahrgenommen, die auf biologischen Defiziten basieren, anstatt als Symptome einer dysfunktionalen Gesellschaft. Dadurch wird das Augenmerk von den politischen und sozialen Ursachen abgelenkt, die für die Entstehung dieser Krankheiten verantwortlich sind.

Die Politik, insbesondere in neoliberalen Gesellschaften, fördert diese Medikalisierung, da sie eine bequeme Lösung für tiefergehende soziale Probleme bietet. Anstatt soziale Ungleichheiten, prekäre Arbeitsverhältnisse oder den Leistungsdruck zu bekämpfen, wird die Verantwortung auf das Individuum abgewälzt, das dann medikamentös „repariert“ werden soll. Diese Dynamik verdeckt die strukturellen Ursachen von Stress und psychischer Belastung und schützt die politischen Machtstrukturen vor Kritik.

5. Macht und Repression in der heutigen politischen Lage

Ein weiteres Beispiel für die Verschleierung von Machtstrukturen durch Disziplinierung ist das staatliche Vorgehen während der Pandemie. Die Restriktionen, die eingeführt wurden – von Ausgangssperren über Impfpflichten bis hin zur Überwachung von Gesundheitsdaten – verdeutlichen, wie stark der Staat durch medizinische Notwendigkeiten autoritäre Maßnahmen rechtfertigen kann. Die Pandemie hat gezeigt, dass die Biopolitik in der Lage ist, individuelle Freiheiten massiv einzuschränken, ohne dass diese Einschränkungen als willkürliche Machtakte wahrgenommen werden. Vielmehr wurden sie als notwendige Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit dargestellt. Dies verdeutlicht Foucaults Konzept der „Mikrophysik der Macht“, bei der Macht in der Gesellschaft auf diffuse, unsichtbare Weise ausgeübt wird und nicht als direkter Zwang erscheint.

Im heutigen politischen Kontext ist es unerlässlich, die subtilen Formen der Repression zu verstehen, die durch die Verknüpfung von Wissen, Medizin und Macht ausgeübt werden. Die Pathologisierung neuer psychischer Krankheiten ist nur ein Aspekt davon. Die Unterdrückung abweichender Verhaltensweisen, die Medikalisierung sozialer Probleme und die Disziplinierung der Bevölkerung durch Gesundheitsnormen sind Machtinstrumente, die die politische Agenda stützen und verschleiern.

Schlussfolgerungen

Die Dimension der Macht, wie sie Foucault beschreibt, zeigt uns, dass wir uns in einem Geflecht aus subtilen Disziplinierungsmethoden und verschleierter Kontrolle befinden, die sich durch Institutionen wie das Gefängnissystem, die Psychiatrie und insbesondere das Gesundheitssystem ziehen. Doch die Erkennung dieser Mechanismen reicht nicht aus; es ist notwendig, konkrete Wege zu finden, um sich als Individuum von diesen Machtstrukturen zu befreien. Zunächst ist es wichtig, das Wissen, das uns umgibt, kritisch zu hinterfragen. In einer Gesellschaft, in der Macht durch die Konstruktion von Wissen ausgeübt wird, bedeutet die bloße Akzeptanz von „offiziellen“ Wahrheiten eine stille Unterwerfung. Das gilt insbesondere für die Pathologisierung von Krankheiten, die häufig als rein medizinische Gegebenheiten dargestellt werden, obwohl sie oft tiefere soziale und politische Wurzeln haben. Um sich hiervon frei zu machen, muss das Individuum lernen, sich nicht als passives Subjekt zu verstehen, das von externen Kräften – sei es der Staat, das Gesundheitssystem oder die Wirtschaft – geformt wird, sondern als aktiver Akteur in der eigenen Wissensproduktion.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Stärkung von Solidarität und kollektiven Netzwerken. Individuen, die sich isoliert fühlen, werden leichter von den disziplinären Mechanismen der Macht kontrolliert, sei es durch medikamentöse Behandlungen oder durch soziale Normierungen, die Abweichungen als pathologisch darstellen. Der Aufbau von Gemeinschaften, die alternative Diskurse pflegen und gegenseitige Unterstützung bieten, kann dazu beitragen, sich von den vorgegebenen Normen zu lösen und andere Formen der Gesundheit und des Wohlbefindens zu erforschen.

Darüber hinaus sollten wir als Individuen unseren Körper und Geist aus den Fängen der Biopolitik zurückerobern. Dies bedeutet, sich nicht blind auf medikamentöse Lösungen oder staatlich anerkannte Gesundheitssysteme zu verlassen, sondern alternative Heilmethoden, ganzheitliche Ansätze und einen selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper zu erkunden. Natürlich bedeutet dies nicht, das gesamte medizinische System zu verwerfen, sondern es als eines von vielen möglichen Zugängen zu begreifen und nicht als den alleinigen Hüter von Wahrheit und Gesundheit.

Wir brauchen die politische Auseinandersetzung und Partizipation. Wer sich von den subtilen Machtstrukturen befreien will, muss verstehen, dass dies nur durch aktives politisches Engagement möglich ist. Es reicht nicht aus, sich individuell aus den Strukturen zu befreien – auch wenn dies ein erster Schritt ist. Vielmehr muss die Gesellschaft insgesamt auf diese unsichtbaren Formen der Repression aufmerksam gemacht und zu Widerstand ermutigt werden. Dies kann durch politische Bildung, Protestbewegungen oder die Unterstützung von Initiativen geschehen, die eine tiefgreifende Reform von Institutionen wie dem Gefängnis- und Gesundheitssystem anstreben.

Foucaults Werk zeigt uns, dass Macht nicht nur von oben nach unten wirkt, sondern in jedem zwischenmenschlichen Verhältnis existiert. Das bedeutet auch, dass es in unserer eigenen Verantwortung liegt, die Machtverhältnisse in unserem täglichen Leben zu reflektieren und neu zu gestalten. Wir müssen uns fragen: Wie reproduzieren wir selbst die Normen, die uns kontrollieren? Und wie können wir alternative Formen des Miteinanders schaffen, die diese Machtstrukturen untergraben?

In einer Zeit, in der psychische Krankheiten immer häufiger medikalisiert und soziale Probleme pathologisiert werden, müssen wir uns letztlich darauf besinnen, dass wahre Freiheit und Gesundheit aus der Reflexion, der Vernetzung und dem Widerstand gegen die subtilen Formen der Macht erwachsen. Nur durch diesen Prozess kann das Individuum sich von den Fesseln der modernen Disziplinargesellschaft befreien und aktiv eine neue, selbstbestimmte Existenz entwerfen.

xoxo, Alice

AUF DIE FREIHEIT

Auf die Freiheit! Auf den Frieden. Auf die Macht. Gott ganz anders gedacht. Ein philosophisches Kopfkino. 

Lesezeit: 17 Minuten

Was soll das sein – diese Freiheit? Frei von was? Freiheit beginnt doch im Kopf.  Wenn Freiheit die Abwesenheit zielgerichteter Zwänge ist und wir niemandem Rechenschaft ablegen müssen, niemandem mehr dienen, als uns selbst – ist Freiheit ziemlich dämlich. Egozentrisch rennen wir durch unsere Viva la Vita und haben nur unser Selbst auf dem Selbstporträt, oder unsere Familie, unserer einzelnes Leben im Visier, statt sich das Elend vor Auge zu führen, welches sich unaufhaltsam ausbreitetet, wie ‚Das Nichts‘ in der unendlichen Geschichte. Lesen Sie diese Geschichte jetzt als Erwachsene:r, werden Sie einen vollkommen anderen Blick auf sich und Ihr eigenes Wirken erkennen. Gehen wir einem alten Sprichwort auf die Schliche, dessen Urheberrecht nicht geklärt ist: „Wo viel Freiheit herrscht, herrscht viel Irrtum.“.

‚Our self first’ klingt wie ‚America first‘. Ich ziehe also eine Mauer in und durch meinem Kopf, tue aber so als wäre das nicht schlimm, weil die anderen das ja auch alle tun und wir wollen ja sehen, wo wir bleiben im Wettbewerbskampf – nicht war? Im Versuch sich über die Natur zu stellen – belebte sowie unbelebt-, war es für uns nicht absehbar, welche Folgen unser Eingreifen haben wird, oder? Nein. Hätten wir aber ein kluges Individuum zu seiner Zeit (1750 vor. Chr.) gefragt, welches aus Freude in Biologie spezialisiert gewesen wäre, hätte dieser Mensch geschrien: „Stoppt den Wahnsinn! Ihr macht ein funktionierendes System kaputt“. 

Aber wir hörten nicht zu und machen das, was fremdbestimmt von dessen Gegenposition durchgesetzt wird – denn die Mehrheit von uns macht keine Politik. Warum eigentlich nicht? Das Recht dazu ist da, aber wir nehmen uns es nicht, wir wollen nicht – zu faul. Die Mehrheit denkt auch, sie könne es nicht, eben partizipativ an den gesellschaftlichen  Prozessen mitwirken – obwohl sie es stetig tun durch das Befolgen von Regeln. Die sind okay – die werden auch persönlich nicht hinterfragt. Wir scheinen zufrieden genug zu sein. „Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt.“, (1817: Max von Schenkendorf. Freiheit) scheint das Kredo zu sein. Aber wenn wir ehrlich sind , denken wir nicht weiter, eben nur für dieses eine Leben: Es lebe die Freiheit! Und wenn die uns überlebt, können wir ruhig sterben.“ (1772: Goethe. Götz von Berlichingen) 

Angekommen im 2022 steht die pubertäre Menschheit, in seinem chaotischen Kinderzimmer – dem Planeten ‚Erde‘. Sie ahnt zwar, das bald alles zusammenstürzen könnte, aber wie sich das genau anfühlen wird, weiß das Kind ‚Mensch’ noch nicht. Endlich keine natürlichen Feinde mehr und deshalb eine derartige Überpopulation, die von außen betrachtet, einem unkontrollierbarem Parasitenbefall gleichkommt. Mir fängt es überall an zu jucken bei diesem Gedanken, Ihnen nicht? Und was sagt der Mensch zu seinem Werk? Wir sind endlich frei und herrschen hier über uns selbst. Wir und unsere Grenzen. Einige wenige, die viel haben und ganz viele andere, die für diese Menge arbeiten. Warum? Na, das war doch immer so. Klar haben wir schon viel durchgesetzt, aber noch ist nicht jeder selbst – für sich selbst tätig. Dann würde ja auch Chaos ausbrechen, wenn uns keiner führen würde. Aber zurück zur existenziellsten Frage überhaupt. Was passiert mit unserem Lebensraum, wenn wir hier weiter (frei) unser Unwesen treiben?

Das große Biotop ‚Erde‘ hat Platz gemacht für uns Menschen und ist dafür stark aus dem Gleichgewicht geraten. Dass wir vom überschrittenen ‚melting point‘ sprechen heißt nicht, dass wir ahnen, wie machtlos wir erleben werden – wie dünn die Luft wird, das Klima unangenehm, das Trinkwasser knapp und die Nahrung verdorben – wie unser eigenes Ebenbild – grau. Ziemlich traurig dabei, dass die imperialistischen Idioten, die für das Ungleichgewicht Sorge tragen und uns zwangen ihren Gesetzten zu folgen, erst viel später etwas davon merken, als denjenigen, denen wir zuletzt Lebensraum nahmen. 

Noch leben wir in irgendeinem Einklang mit der Natur, noch gibt es bestehende Biotope, einige Wälder, genug fließende Gewässer und was es brauch um unsere Atmosphäre intakt zu halten. Was wenn irgendwann das natürliche Gleichgewicht ‚Planet‘ kippt, wie ein See, der dann stinkt wie Gülle und indem das meiste an belebter Natur stirbt?

Da sind viele kluge Menschen, da draußen mit ihren guten Ideen, doch wir hören nicht zu. Wir hören anderen zu. Wir glaubten daran, dass ansiedeln und Landwirtschaft oder ‚Arbeit‘ in Produktionsstätten, gut sei und bauten an, bauten sie auf. Oft wurden wir nicht einmal gefragt, sondern über uns wurde bestimmt. Hätten wir die Idiot:innen in Argentinien gefragt, ob es wirklich sinnvoll sei Fläche zu schaffen durch das Abbrennen von Teilen intaktem Regenwaldes, hätten die gesagt, das sie ihre Familie ernähren müssen und mithalten im Wettbewerbskampf. Ach, alles so verstrickt. Da blicke ich selbst – ab und an nicht durch.

„Es mit der allgemeinen Idee, die er sich von einem solchen Dinge gebildet hatte, übereinstimmte, wenn es auch nach der Ansicht des Werkmeisters vollkommen abgeschlossen war. Aus keinem anderen Grunde scheint man auch die Naturdinge, die nicht durch Menschenhand gemacht sind, gewöhnlich vollkommen oder unvollkommen zu nennen. Denn die Menschen pflegen sowohl von den natürlichen Dingen, als von den künstlichen allgemeine Ideen zu bilden, welche sie gleichsam für Urbilder der Dinge halten, von denen sie glaubten, daß die Natur (die ihrer  Meinung nichts ohne ihren Zweck tut) sie vor Auge habe und sich als Urbild vorhalte. Wenn sie daher in der Natur etwas geschehen sehen, war mit dem angenommenen Urbilde, welches sie von einem solche Dinge haben, weniger übereinstimmt, so glauben sie, die Natur selbst habe hier gefehlt (…) und dieses Ding unvollendet gelassen.“ (Spinoza, Die Ethik. S.208f.)

Wir sehen also, wir lassen uns nach wie vor von dem Vorurteil in die Irre führen, wir wüssten was vollkommen sei, nur weil wir es als vollkommen oder vollendet betrachten. Aber ist nicht das menschliche Unvermögen, sich in Mäßigung und Beschränkung der natürlichen Gesetzte zu verstehen? Achtung Triggerwarnung, es folgt ein menschenfeindliches Gedankenexperiment. 

Würden wir demütig der Natur ihren Platz lassen und das nehmen was wir brauchen, würde sich das Gleichgewicht sofort wieder anfangen selbst herzustellen. Aber dafür müssten sich Ganze 3/4 von uns Menschen fressen lassen. Fressen lassen von Raubtieren – die könnten wir doch für diesen Zweck Anzüchten, wie Lachsforellen. Aus dieser Menschenfleischmaterie würde mittelguter Dünger werden und daraus neue Wälder wachsen lassen. Und wissen Sie was? Ich kann Ihnen schwören, es gibt und gab immer mächtige Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken, anderen Menschen einfach das Leben nehmen um ihre Zwecke als vollkommene Wahrheit durchzusetzen. 

Die nächste Frage ist wer trägt die Macht darüber zu entscheiden, was mit unserem Leben als Menschheit und unserem Lebensraum passiert? Was ist diese Macht? Wo kommt die her? Auch diese Kraft wurde uns falsch eingesprochen, wie Freiheit sei „… ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann“, so Bismarck. Und weshalb haben diese nur ganz wenige, statt alle gleichermaßen die Macht? Weshalb wird diese Macht nicht genutzt zum Zwecke einer natürlichen Ordnung? Weshalb kann Macht nicht zerstreut werden? Ist es bloß der Überlebenstrieb? Und wer überlebt dann? Hilfe. 

In der Vergangenheit haben sich diejenigen fressen lassen, die nicht dominant genug waren. So erschreckend und so einfach ist das. Und diese Theorie, ist nicht von mir – und lässt sich auf fast alle Bereiche übertragen. Falls Sie nicht genau verstehen wollen, sich wieder abwenden und diese Tatsachen belächeln wollen, dass auch Sie in Ihrem Alltag Verantwortung für alle tragen – bleiben Sie weiterhin unvollkommen. Wir müssen versuchen die Gesetze des Dualismus der vorherrschenden Kräfte lesen zu lernen und uns ihnen zu unterwerfen. Nicht den Gesetzten die sich dominante Menschen ausgedacht haben um andere zu unterdrücken. Wir versuchen unser ökologisches System wiederaufzubauen und scheitern daran, wenn wir vereinzelt ‚wirtschaftlichen’ Zwängen Folge leisten oder einfach nur rumsitzend auf die große Erfindung oder das Energiekonzept warten. Wer setzt das global durch, wenn wir uns weiterhin  in Staatssystemen konkurrierend gegenüberstehen? Wer beginnt damit wieder uns als Natur zu sehen. Wer nur, wer? 

Kann ich – so wie Sie-  mit meinem Gedanken, wieder das Gleichgewicht herstellen? Ich für mich schon etwas besser – Ich habe keine Lust mehr zu an den Wochenenden zu feiern, denn es gibt nicht viel zu feiern außer das Sein selbst – oder mich abends im Spiegel zu ergötzen und meinen Körper als „Tempel“ anzubeten. Ich habe keine Lust mehr Gift in Bars zu trinken, ich habe sie dort verkauft und weiß was ein einzelner Mai Thai mit Menschen anrichten kann. Ich habe keine Lust mehr Gift, verpackt als Schokoriegel zu essen, denn ich weiß Zucker lässt mich müde und krank werden. Ich habe keine Lust mehr, zu rauchen, denn ich spüre, wie es meinen Körper altern lässt und den Verstand vernebelt. Ich habe keine Lust mehr soziale Kämpfe auszutragen, denn ich weiß, wir sind alle eins und Kämpe gegen mich selbst. Und ich habe keine Lust mehr mich von jemanden dominieren zu lassen, der nur sich selbst sieht und aus meinem Irrtum, meiner Sucht, Profit herausschlägt. Nein. Ich versuche auch nicht die dominanten Menschen auszugrenzen und zu behaupten, diese Kraft stecke nicht mir selbst. Nein. Ich behaupte, besser fordere wenn nur eins: 

Die Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sich auf ihrem Gebiet spezialisiert haben und das Wohl unseres gesamten Organismus ‚Erde‘ als ihre Verantwortung erkennen und dann denken – um wieder mehr Gleichgewicht zu erschaffen. Gebt den Biolog:innen die Freiheit darüber, zu entscheiden, wie sich Frieden realisieren lässt. Nicht einem „Grünen“, der sich dabei erwischen lässt, in einen Privatjet zu steigen um nicht mal hundert Kilometer zurückzulegen. Gebt den Philosoph:innen die Macht darüber, zu entscheiden, wie sich das gesellschaftliche Zusammenleben entwickeln darf. Die werden Ihnen erzählen, dass wir schon in der Antike von drei Geschlechtern oder sogar mehr gesprochen haben. Unsere sozial konstruierte (gedachte!) Zweigeschlechtlichkeit hat auch wenig mit Freiheit zu tun, wenn Freiheit, die Freiheit des anders denkenden sei, wie Rosa Luxemburg sagte. Genau ihre Worte wurden so häufig missbraucht um ein falsches Bild von Demokratie zu erschaffen. 

Denn weiter gedacht wurde dieser Freiheitsbegriff von Männern (das ist übrigens nur unser Wort für eine extrem stark ausgeprägte Form maskuliner Kraft in einem Menschen) – mehr nicht, liebe Anderen. Auch das Wort Mann ist ein Konstrukt. Denen sollten wir halt die Macht entziehen, denn die verhalten sich, wie halbstarke Affen im Streit um altes Kadavar. Männer (also so richtige CIS) sollten einfach nicht regieren. Ich schreib direkt hinterher, dass Männer total liebe, bevor mich jemand in eine feministische Kampfarena setzt. Männer, ihr lieben Männer – eure Dominanz braucht die Frauenwelt und ihr braucht die Memme in euch. 

Und mit dieser Sympathie führe ich mich hierher, in die Freiheit und in den Frieden. Ich erwache aus einem Traum und erkenne unsere Irrwege und fordere mein Gegenüber auf, diese Erfahrung mit mir zu teilen. Das geschieht automatisch durch lesen und verstehen. Sich einfach auf die innere Stimme der Vernunft zu verlassen und seine eigene nötigen Opfer oder auch Konsequenzen zu verstehen, wenn wir etwas erreichen wollen. Sich jeden Einzelnen Tag zu fragen, ob wir wirklich dem folgen, dem wir folgen wollen. 

Freiheit bedeutet Verantwortung für sein eigenes Handeln zu tragen. Freiheit bedeutet aber auch vielmehr Verantwortung für ein natürliches Gleichgewicht und die anderen beobachtbaren Gesetze zu tragen. Klar, sich selbst feiern ist auch okay aber sollte nicht dazuführen, zu vergessen dass wir uns im anderen nur selbst erkennen. Alles von uns übel aufstößt, ist nur die Projektion einer aufgeschobenen Aufgabe. Du kannst jetzt anfangen, dich bei dir selbst zu entschuldigen. Wir sind eben nicht alleinige Herrscher:innen auf dieser Welt (als Lebensraum verstanden). Wir sind Teil eines riesigen Netzes und alles ist miteinander verwoben. Unsere Worte sind die Früchte unserer Gedanken – damit fängt es an. Wie können wir nun also frei sein, wenn wir nicht alle Konsequenzen unserer Handlungen abschätzen können? Haben wir unsere schöpferische Kraft vom Geist des Kapitalismus verschrecken lassen? Ganz achtsam, können wir uns unsere Macht wieder zurück erobern. 

Es gibt einen Plan, ein System. Der natürliche Lauf der Dinge, heißt er auch. Wir bedienen uns aller Ressourcen und setzten Prozesse in den Gang ohne die Auswirkungen, die Konsequenzen in Gänze greifen zu können. Was nicht heißen soll, wir sollten uns Einsach treiben lassen und so schauen was passiert – uns unserem Schicksal hingeben. Nein. Ganz im Gegenteil, wir sollten versuchen uns als Weltgesellschaft zu befreien und den Menschen Entscheidungmacht zu erteilen, die das Wohl unsere Erde demütig verfolgen – sich stetig weiterzubilden und auszutauschen. 

Wir wären sau gerne dieser eine Gott, dieses Götzenbild. Aber jede weitere, von uns verursachte, Naturkatastrophe als Konsequenz unserer unüberlegter Handlungen, weist uns wieder in unsere Schranken, wie eine Welle aus Eiswasser, die uns beim paddeln ins Gesicht peitscht. Wir sind nicht Gott. Wir sind aus Gott, wenn wir dieses Wort schon missbrauchen müssen und diese Suppe, aus der wir sind, hat doch auch nicht selbst ihr Rezept erfunden, oder doch? Ich kenne meinen Bauplan nicht, nur meine „DNA“ – die mich innerlich und äußerlich zu einem Menschen wachsen lies. Weshalb ich jedoch dieser Persönlichkeitstyp, mit dieser Patchwork Biographie und dieser lauten inneren Stimme bin – kein Plan. Weshalb ich den Begriff Freiheit für mich hier neu aufstelle, obwohl doch gerade ich ein gutes Bespiel für einen freien Menschen bin… Kein Plan. 

Doch. Da ist sie wieder, die laute Stimme in mir und sie spricht: „Begeistere Menschen mit deiner Haltung durch deine Worte, durch deine Klänge, durch dein Wirken.“ Sie ist übrigens erst so laut geworden, als ich gedacht habe, was ich wollte, was ich erstmal wieder neu lernen mussten, mit vielleicht Mitte/ Ende zwanzig. Wie traurig. Denn es ist ganz genau das, was ich mit 5 Jahren in meinem Kinderzimmer gemacht habe. Meine Eltern hatten bis zum Eintritt in meine Schulpflicht, ziemlich viele Möglichkeiten und kauften mir zu viel Plastik. Ich wollte aber nur mit meinem Radio spielen, Sachen aufnehmen. Sie gaben mir ein Blatt zum malen, aber ich wollte aber die Kinderzimmerwände bemalen (was ich auch habe, ich war schon immer Rebellin). Ich wollte auch nicht in eine Schule, in der alle zu fies zu einander sind. Ich wollte mit 15 Jahren der Schule fernbleiben und verstehen, weshalb Menschen am Maifeiertag mit Steinen werfen. Was macht Menschen nur so wütend, wollte ich begreifen und immer wenn ich eben nicht das getan habe, was meine Eltern wollten oder die Gesellschaft erwartet, entstanden spannende Dinge. 

Für mich bedeutet diese Verantwortung mit Kunst und Musik, eben Kultur, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Für mich bedeutet diese Verantwortung Bäume zu pflanzen wie diesen Gedanken, an sich selbst zu glauben. 

Bei dem Versuch mich davon zu befreien, erwische ich mich in diesem Artikel selbst dabei, meine Leser:innen anzustiften. Anzustiften, den Stift anzuspitzen und selbst zu schreiben, zu konstruieren, zu schaffen. Jeder von uns sollte diese innere Stimme suchen und beginnen zu hinterfragen, ob sie von Werbebotschaften oder von wem genau diese gelenkt wird. 

Alles um uns herum ist das selbe Material aus dem unser kleiner eigener Organismus entsteht und Casper Friedrich Wolf (1750) sagte in seiner Theorie der Epigenese, der Postformationstheorie: „Aus ungeformter Materie, entsteht über Entwicklungs- und Differenzierungsschritte geformte Materie und schließlich Organismen.“ Das gilt nicht nur für die Natur, sondern auch für uns selbst. 

Diese Materie ist Gott. Wir nennen es nur zu jeder Zeit anders. Und wir haben die Chance uns frei zu denken. Wenn wir nun anfangen auch die Verantwortung im freien denken zu überdenken und Platz machen, werden wir auch frei sein. Wir stehen bald vor Gericht mit den Menschen, die das wussten und deshalb nicht wollten, dass wir in ihre Kultur oder ihren Lebensraum eingreifen. Nun ist die Queen tot. Und wir haben es auch noch gefeiert. Was haben wir denn da feiert? Sie trug ziemlich viel Verantwortung für das globale Waldsterben. Freddy Mercury ist auch tot – da wurde dann viel über seine Drogenkarriere berichtet – weniger über seinen Freiheitskampf. Genug mit diesem Opferkult. 

Wir sind zwar alle aus ‚Gott‘ aber wir (kennen!) praktizieren nicht alle Gesetzten und verlaufen uns, in uns selbst und in Zerstörung – wir brauchen wieder mehr Demut um Vertrauen in gewisse Prozesse aufzubauen. Wir sollten anfangen demütig mit uns, unseren Mitmenschen und vor allem mit der Natur umzugehen, eben mehr interdisziplinär zu denken und durchsetzten. Wir sind aus dieser Natur entstanden und somit ist jeder Grashalm so wertvoll, wie ein einiges Leben. 

Wir sollten den Freiheits-, Friedens- und Machtbegriff  wieder in ein Gleichgewicht zu einander führen. Hört es sich für Sie an, als würde ich uns Menschen nicht mögen? Ganz im Gegenteil, ich akzeptiere nur alle vorherrschenden Kräfte etwas demütiger, als diejenigen die auf ihr Recht, ihre Dominanz, ihre daraus entstehende Macht beharren. Ich unterwerfe mich den Gesetzten, denen wir als Menschheit immer wieder demütig unterwerfen mussten, aber nicht denen, die ihre Macht missbrauchen. Denen, die denken sie seien vollkommenen und ihre Wahrheit sei allein gültig. 

Immer wieder werde ich gefragt ob ich gläubig sei – Mir wird häufiger unterstellt, ich würde mich in religiösen Irrtümern verirren. Aber ich ich versuche nur in jeder Schrift, die Gedanken eines klugen Individuums zu lesen. Ich versuche aus jedem Gedanken, den ich erhaschen kann, einen wahrhaftigen Sinn zu erkennen. Börne (zirka 1800) dazu, in seinen Fragmenten und Aphorismen sagte: „Der Unterscheid zwischen Freiheit und Freiheiten ist so groß als zwischen Gott und Göttern“. Und Börne sagte auch „Tyrannen sind in unseren Tagen die gefährlichsten Freihheitsprediger“. 

Aber ich erkenne mich eher als Naturwissenschaftlerin, oder Politikphilosophin und habe Geisteswissenschaften, ihres Geistes willen studiert um mich nun neu, mit geputzten Brillengläsern, den bisher gesammelten Gesetzten der Natur zu widmen. Nun bin ich in der Lage Kunst und Musik zu erschaffen – ohne mir Formen oder ein Instrument einverleibt zu haben. Ich füge mich einfach und kann sogar anderen Menschen aufzeigen, welche Fügung oder Entsprechung ihr Dasein mit Vollkommenheit fühlt. 

Eine weitere Chance ist unsere vorzufindende Wissensgesellschaft, die auch wir Erschaffen haben. Nun wo sich durch Digitalisierung das Wissen vernetzt, wir versuchen allgemein gültige Menschenrechte zu verabschieden. Aber ist das nicht genau das Problem? Wir selbst als Menschen entscheiden, wer als Mensch welche Rechte verfolgen darf? Klar, wir folgen weiter dem Irrglaube eine Integrationspolitik, die eine Gewährleitung gleicher Partizipationschancen schafft, könne die Zivilbevölkerung, also uns, befähigen das eigene Leben nach selbstbestimmten Maßstäben zu gestalten – Aber wir drehen uns im Kreis, wenn diese Maßstäbe von einer Konsumgutlobby beeinflusst werden. 

In den ältesten Schriften der Welt, steht eigentlich alles was wir wissen müssen. Irgendwie so als würden wir tatsächlich immer wieder geboren werden müssen und damit wieder die Chance bekommen, uns diesen wahrhaftigen Gesetzten zu unterwerfen. Ich denke es gab Menschen, die sich gegen ihre innere Stimme der Intuition und für ihre dominante, die ebenfalls eine schöpferische Kraft darstellt, entschieden haben. Wohlmöglich und schlicht weg um zu überleben. 

Erkennen wir, dass um uns herum alles aus Luft, Licht, Wasser, Erde ist und die Natur dies selbst aus einem Netz an ungeordneter Materie hervorgebracht hat, erkennen wir auch unsere eigene schöpferische Kraft, oder Macht aber eben auch Verantwortung. Sie können sich also jeder Situation ermächtigen, gleichwohl sie die Konsequenzen ihres Wirkens verstehen oder die Verantwortung tragen können. Sie können, glauben sie doch kurz daran. Freiheit entsteht doch im Kopf. Und denken erschafft. Punkt. Alles was Sie sehen wurde zuerst gedacht, ob ein Begriff oder ein Bauwerk. Deshalb gibt es auch dieses Buch „The Secret“, da steht zwischen den Zeilen, dass es keinen Sinn macht sich Reichtum in Form eines Rennwagens vorzustellen, wenn dieser ihre Luft verpestet, oder so ähnlich. Das ist die Bibel in der Erfinderregion Silikon Vally – so machen die es – nicht anders – sie denken. Wissen Sie, was wir noch dazu gesagt haben? Ganz runter gebrochen und so wahr. Womöglich der eine amerikanische Supermarktleiter Frank Outlaw um 1977, steht aber auch so ähnlich im Talmud, der paar tausend Jahre älter ist: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“ In der Bibel stand doch auch, zuerst war das Wort. Versuchen Sie die Bibel so zu lesen, als wären sie es selbst, dieser Gott. Das könnte helfen, sich Ihrer Tagseite ihrer eigenen Entscheidungen wieder bewusst zu machen. 

Literaturangabe: Recherchieren Sie selbst.